Alleinerziehend: Kind taufen lassen? Pro und Contra

Wenn der Vater als alleinerziehender Elternteil entscheiden muss, ob das Kind getauft wird oder nicht, sollte das nicht aus dem Bauch heraus beschlossen werden. Stattdessen gilt es, pro und contra abzuwägen. Schließlich handelt es sich um eine Entscheidung, welche sich die nächsten Jahre erst einmal nicht mehr rückgängig machen lässt.

Die Religion näher kennenlernen dank der Taufe

Kinder, die getauft werden, kommen in der Schule auf jeden Fall in den Religionsunterricht. Dort lernen sie mehr über die eigene Religion und können auf Basis dies Wissens entscheiden, ob sie glauben möchten oder nicht.
Wird ein Kind nicht getauft, wird es weder am Religionsunterricht teilnehmen, noch erlebt es die Konfirmation oder Kommunion. Das ist insofern ein Verlust, als es nicht in eine religiöse Gemeinschaft aus Gleichaltrigen aufgenommen wird. Dem Glauben bleibt es aus diesem Grund in den meisten Fällen fern – Ausnahmen gibt es natürlich immer, die sich erst im Erwachsenenalter taufen lassen.

Die Taufpaten – ein wichtiger Aspekt bei der Taufe

Die Taufpaten sollen dem Kind im besten Fall das ganze Leben lang zur Seite stehen. Sie geben ihm Ratschläge und bieten Hilfe an, wenn die Eltern das nicht können oder wollen.
Nicht nur für die Kinder ist es ein erleichternder Gedanke, einen oder zwei Taufpaten zu haben, sondern auch für die Eltern. Gerade alleinerziehende Väter fühlen sich wohler, wenn es weitere Verantwortliche gibt, die es gut meinen mit dem eigenen Nachwuchs.

Sicherheit und Halt aufgrund der eigenen Religionszugehörigkeit

Für viele Menschen bedeutet der eigene Glaube so etwas wie Sicherheit und Halt in schwierigen Zeiten. Wer getauft wurden, der fühlt sich den anderen Menschen mit dem gleichen Glauben in der Regel automatisch zugehörig. Dadurch weiß das Kind, wo es hingehört.
Sofern die Eltern einer aktiven Kirchengemeinde angehören, bieten sich hier viel Möglichkeiten für junge Menschen, ebenfalls aktiv teilzuhaben. Das vermittelt Sicherheit und Zuversicht. Viele Freundschaften entstehen zum Beispiel während religiöser Veranstaltungen oder bei von der Kirche initiierten Ferienlager für Jugendliche.

Über den Kopf des Kindes hinweg entscheiden?

Natürlich gibt es nicht nur Argumente, die für eine Taufe sprechen. Wer das Kind taufen lässt, der entscheidet für den Nachwuchs, dass dieser einer Religion angehören soll, die dem Kind vielleicht nicht gerecht wird.
Kinder verfügen im Säuglingsalter nicht über eine eigene Meinung und können Ihre eigenen Ansichten nicht zum Ausdruck bringen. Folglich handelt es sich bei der Taufe um eine Entscheidung über den Kopf des Kindes hinweg.
Vielleicht wird das Kind später einmal wütend darüber sein, dass man es schon so früh getauft hat, statt einfach abzuwarten. Generell ist es kein Problem, sich als Teenager oder als junger Erwachsener noch taufen zu lassen – die Eile lässt sich einem Kind daher später nur bedingt logisch erklären – außer mit den oben angeführten Argumenten.

Austritt kostet Zeit und Geld

Wer später aus der Kirche austreten will, der muss aktiv etwas dafür tun. Man muss beim Amt vorstellig werden, eine Unterschrift leisten und sogar eine Gebühr für den Aufwand und die Bearbeitung bezahlen.
Diese Kosten und Mühen ersparen Eltern ihrem erwachsenen Kind, indem sie es nicht vorschnell taufen lassen. Das Kind kann später immer noch entscheiden, ob es katholisch oder evangelisch werden möchte oder im Zweifel ohne eine Konfession lebt.
Nicht nur der Austritt wird teuer, sondern auch die Kirchensteuer wird vom Kind bezahlt, sobald es berufstätig ist. Viele Menschen empfinden diese Abgaben als durchaus unfair, wenn sie sich nicht selbst für die Zugehörigkeit zu einer Glaubensrichtung entschieden haben.
Eventuell gibt das betroffene Kind seinen Eltern die Schuld daran, dass am Ende des Monats aufgrund der Kirchensteuer weniger Geld auf dem Konto bleibt. Die Steuer muss solange bezahlt werden, bis man die Zeit und die Motivation findet, aktiv auszutreten.